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Diskussion Integration

Betreff: Vertrauen schaffen

Von: René Boegli Datum: 29.Aug.03 10:34

Text: Computer sind in vielen Schulzimmern zwar vorhanden, werden aber zu wenig in den Schulalltag integriert.

Wenn es darum geht, Kolleginnen und Kollegen für einen sinnvollen Einsatz des Computers im Unterricht zu motivieren, dann ist das meiner Ansicht nach auch eine Frage des Vertrauens. Noch ist dieses Vertrauen in die neuen Technologien, in die Möglichkeiten und nicht zuletzt auch in die eigenen Fähigkeiten nicht oder nur zum Teil vorhanden. Es gibt ja auch genügend Beispiele von Würmern oder Server-Abstürzen, die nicht gerade dazu angetan sind, vertrauensfördernd zu wirken...

Erst wenn eine offene Grundhaltung vorhanden ist, wächst auch die Bereitschaft, sich mit der Computerwelt auseinanderzusetzen. Wie kommen aber Kolleginnen und Kollegen in diesem Bereich zu einer natürlichen Offenheit, Neugier und Unverkrampfheit, wie sie Jugendliche und Kinder eigentlich wie selbstverständlich mitbringen? Wahrscheinlich nicht, indem ich ein Softwarepaket von A bis Z bis ins letzte Detail erkläre, sondern zeige, wie man relativ problemlos mit Maus und Tastatur umgehen kann. Ohnehin funktionieren viele Programme praktisch nach dem gleichen Muster.

Wenn einmal Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten (und in diejenigen des Computers) vorhanden ist, dann steigen auch die Chancen, dass die teuren Geräte im Schulalltag besser integriert werden.


Betreff: Re: Vertrauen schaffen

Von: Barbara Weiss Datum: 29.Aug.03 16:47

Text: > Computer sind in vielen Schulzimmern zwar vorhanden, werden aber zu wenig in > den Schulalltag integriert. >Diese Aussage kann ich voll und ganz unterstützen. Ausserdem besteht bei > vielen Lehrpersonen auch Angst vor der neuen Technologie. Lehrpersonen haben > Angst "etwas kaputt" zu machen ; oder sie sehen den sinnvollen Einsatz des > Computers im Unterricht noch nicht. Deshalb ist es wichtig an der Aus-und > Weiterbildung der Lehrpersonen zu arbeiten.


Betreff: Re: "entweder-oder -haltung"

Von: Daniel Morf Datum: 29.Aug.03 17:04

Text: es scheint mir, dass ein grosser teil unserer schülerinnen und schüler viel weniger probleme damit bekunden, die neuen ict-technologien einzusetzen als wir erwachsenen. für sie ist es mittlerweile selbstverständlich, dass mit dem computer gearbeitet (oder gespielt!) wird. es ist eine frage der zeit, bis sich die "entweder-oder-haltung" erübrigt, denke man/frau nur an die anfänge der taschenrechner zurück. ich glaube, es ist durchaus menschlich, neuem gegenüber skeptisch zu sein. der einarbeitungsprozess für uns und unsere kolleginnen und kollegen wird hoffentlich u. a. durch uns (nach absolvierter ausbildung) etwas beschleunigt.


Betreff: Aeltere Lehrerkollegen

Von: Reto Meier Datum: 31.Aug.03 19:25

Text: Leider geht es bei älteren Lehrerkollegen nicht nur um pädagogische Ueberlegungen, sondern schlicht auch um Angst oder sogar Desinteresse. Der Gedanke ,ich muss sowieso nur noch 5 bis 10 Jahre arbeiten, und ich habe es bisher auch ohne Computer geschafft, ist leider weit verbreitet, wobei das wohl nicht nur im Bereich Computer ein grosses Problem ist. Wie kriege ich die Kollegen dazu, die jedes Mal nach einem Comptertag hell begeistert sind,dann trotzdem alles vergessen, sich mit der Klasse an die Geräte zu wagen ? Hat da jemand eine Idee, oder ist dieser Anspruch schlicht nicht erfüllbar ?


Betreff: Re: Aeltere Lehrerkollegen

Von: Andres Streiff [andres.streiff_adah03]

Datum: 31.Aug.03 21:06

Text: > > begeistert sind,dann trotzdem alles vergessen, sich mit der Klasse an die > Geräte zu wagen ? > Hat da jemand eine Idee, oder ist dieser Anspruch schlicht nicht erfüllbar ?

Da ich dieses Problem auch sah, habe ich mich mit weiteren Kollegen bei der Lehrplanrevision eingesetzt, dass wir doch noch eine feste Stundenplanlektion ICT für das Grundhandwerk in den ersten Klassen Oberstufe haben. Diese ist auch im allerletzten Moment noch durchgekommen. So ist es möglich, dass solche Stunden abgetauscht werden. Das ist nicht das Maximum an Integration aber realistisch. Was soll ich singen geben wenn das ein Kollege viel lieber macht. Wenn ich für mich, für die Kirche, für den Lehrerverein etc. schon eine Homepage gemacht habe, gibt es mir nicht viel Vorbereitungszeit die auch noch mit den Schülern zu machen. Müsste ich das alles nur für die Schule vorbereiten, wäre das wahnsinnig.


Betreff: Re: Vertrauen schaffen

Von: Astrid Wymann [astrid.wymann_adah03]

Datum: 01.Sep.03 23:26

Text: > Computer sind in vielen Schulzimmern zwar vorhanden, werden aber zu wenig in > den Schulalltag integriert. > > Wenn es darum geht, Kolleginnen und Kollegen für einen sinnvollen Einsatz des > Computers im Unterricht zu motivieren, dann ist das meiner Ansicht nach auch > eine Frage des Vertrauens. Noch ist dieses Vertrauen in die neuen > Technologien, > in die Möglichkeiten und nicht zuletzt auch in die eigenen Fähigkeiten nicht > oder nur zum Teil vorhanden. Es gibt ja auch genügend Beispiele von Würmern > oder Server-Abstürzen, die nicht gerade dazu angetan sind, vertrauensfördernd > zu wirken... > > Erst wenn eine offene Grundhaltung vorhanden ist, wächst auch die > Bereitschaft, > sich mit der Computerwelt auseinanderzusetzen. Wie kommen aber Kolleginnen > und > Kollegen in diesem Bereich zu einer natürlichen Offenheit, Neugier und > Unverkrampfheit, wie sie Jugendliche und Kinder eigentlich wie > selbstverständlich mitbringen? Wahrscheinlich nicht, indem ich ein > Softwarepaket von A bis Z bis ins letzte Detail erkläre, sondern zeige, wie > man > relativ problemlos mit Maus und Tastatur umgehen kann. Ohnehin funktionieren > viele Programme praktisch nach dem gleichen Muster.

.....Beobachte ich Kinder am Computer, so fällt mir auf mit welcher Selbstverständlichkeit die meisten, ohne Schwellenangst, ein neues Programm erkunden. Gameboys und andere elektronische Spiele erleichtern ihnen den Einstieg in die Computerwelt. Ich glaube auch, dass es an uns Erwachsenen liegt, dass die Integration dieses Mediums nur stockend voran kommt. Vielleicht sollten wir mehr Mut haben, die Jungendlichen einfach machen zu lassen und von ihrem Wissen zu profitieren.


Betreff: Von Kindern und Jugendlichen lernen

Von: Peter Suter [peter.suter]

Datum: 04.Sep.03 12:44

Text: > .....Beobachte ich Kinder am Computer, so fällt mir auf mit welcher > Selbstverständlichkeit die meisten, ohne Schwellenangst, ein neues Programm > erkunden. Gameboys und andere elektronische Spiele erleichtern ihnen den > Einstieg in die Computerwelt. Ich glaube auch, dass es an uns Erwachsenen > liegt, dass die Integration dieses Mediums nur stockend voran kommt. > Vielleicht > sollten wir mehr Mut haben, die Jungendlichen einfach machen zu lassen und > von > ihrem Wissen zu profitieren.

Meine These: Ich bin überzeugt davon, dass wir die Kinder und Jugendlichen nicht nur (im obigen Sinn) machen lassen sollten, sondern diese Art zu lernen öfters selbst ausprobieren und vermitteln sollten.

Unsere Lernbiografien sehen aber meist so aus, dass wir zuerst beigebracht bekommen haben, wie es geht und dann mussten wir es nachmachen und üben. Die Zeit, wo wir z.B. als Kleinkinder ganz anders gelernt haben (sprechen z.B.) ist vergessen. Aus diesem Grund glauben wir nicht mehr so ganz richtig an die Wirksamkeit von Entdeckendem Lernen. Freude am Lernen, Selbsttätigkeit hat fast ein wenig abschätzigen Charakter - gilt als nicht so seriös. Dabei ist diese Art zu lernen gerade am Computer eine Teil der Fasziniation, welche die meisten von uns kennen.

Etwas provokativ: Der Lehrer erstellt mit Freude und sehr kreativ ein Übungsprogramm, welches dann die Schüler in langweiliger, repetitiver Art abspulen müssen.


Betreff: Widerstände

Von: David Gavin Datum: 04.Sep.03 14:07

Text: > Ich bin überzeugt davon, dass wir die Kinder und Jugendlichen nicht nur (im > obigen Sinn) machen lassen sollten, sondern diese Art zu lernen öfters selbst > ausprobieren und vermitteln sollten.

Mein Unterricht ist zu grossen Teilen auf entdeckendem Lernen aufgebaut. Obwohl die Lernerfolge nachweisbar sind und ich auch von der Oberstufe positive Rückmeldungen bekommen habe, muss ich meine Methode immer wieder vor Eltern rechtfertigen, die sich nicht vorstellen können, dass ihre Kinder etwas lernen, wenn ich es ihnen nicht vorgekaut habe. Das ist ermüdend, ehrlich! (Wenn die Schulpflege in dieser Sache nicht hinter mir stände, würde ich es wohl aufgeben...)

Meine Erfahrungen sind, dass die Kinder, wenn sie hart an der Grenze zur Überforderung arbeiten (im Gegensatz zu dem, was man erwarten würde) nicht abhängen, sondern mit Biss an der Sache bleiben und freiwillig Arbeiten erledigen, denen sie sich entziehen würden, wenn ich sie ihnen vorschreiben würde.

Der Coaching- und Organisationsaufwand meinerseits ist allerdings beträchtlich.


Betreff: Grosse Klassen sind ein Hemmer

Von: Thomas Stierli [thomas.stierli_adah03]

Datum: 04.Sep.03 22:09

Text: > ..., dass die Kinder, wenn sie hart an der Grenze zur > Überforderung arbeiten [...] nicht abhängen, [...]

Es gibt Kinder, die sich bei offenen Arbeitsformen enorm ins Zeug legen. Das ist auch bei uns so. Sie pröbeln, studieren, knobeln und werkeln bis zum Umfallen. Bei Projektarbeiten, die relativ offen sind, ist das super zu beobachten. Wir müssen uns aber sehr oft zusammennehmen, um in laufende Prozesse nicht zu früh einzugreifen. Einige Eltern sehen den "Leerlauf" allerdings nicht ein. Sie finden: "In der Mittelstufe muss der Stoff im Mittelpunkt stehen." Wir alle wissen aber, dass sich das am besten verankert, was man selber erfahren bzw. herausgefunden hat.

Auch am Computer stimmt das. Bei Erwachsenen merke ich manchmal, dass sie nicht Zeit mit Entdeckungsreisen "verblätterlen" wollen. Das ist Kinderzeugs(!). Vielmehr wollen sie gezeigt bekommen wies geht. Dafür wissen sie dann schon am selben Abend genau das nicht mehr. Sie meinen folglich: "Ich komme halt nicht so draus bei Computern. Bin ein bisschen zu blöd dafür."

> Der Coaching- und Organisationsaufwand meinerseits ist allerdings > beträchtlich.

Der Aufwand für viele offenen Unterrichtsformen ist riesig. Es ist extrem zeitaufwändig den Überblick nicht zu verlieren und vor allem allen gerecht zu werden. Bei den Computerarbeiten sind wir zudem durch die Anzahl der Geräte limitiert. Als Lehrer/Coach muss ich manchmal den entscheidenden Tipp geben können oder auch mal etwas erklären. Egal, ob bei Computerarbeiten oder anderswo. Mit 26 6.KlässlerInnen? komme ich aber als Coach mehr als ans Limit. Die Lektionen und Tage sind einfach viel zu kurz.

Grosse Klassen sind ein echter Hemmer! Auch für die Integration von Computern in den Unterricht.


Betreff: Re: Entdeckendes Lernen auf F1 und F2 umsetzen

Von: Andres Streiff Datum: 04.Sep.03 20:34

Text: > Meine These: > Ich bin überzeugt davon, dass wir die Kinder und Jugendlichen nicht nur (im > obigen Sinn) machen lassen sollten, sondern diese Art zu lernen öfters selbst > ausprobieren und vermitteln sollten.

Das ist der springende Punkt! Unsere Aufgabe ist es diese These umzusetzen. Auf der F1 Ebene heisst das: Machen lassen. Auf der F2 Ebene habe ich gestern im Erwachsenenkurs blutige Anfänger, gezeigt wie man in den Menüs mit den drei Pünktlein "gwündern" kann und nachher das Fenster abbrechen kann. Auch zeigte ich Ihnen das Speichern und das Verlassen ohne zu speichern, wenn man ein Durcheinander hat und die Rückgängigtaste. Dies wirkte sehr entkrampfend. Bald fand eine Teilnehmerin heraus, wie man "Mit freundlichen Grüssen" übers Menü einfügt und so gings weiter. Die älteren Teilnehmerinnen (keine Männer) hatten bald Freude wie kleine Kinder. Anfangs Kurs war eine ältere Teilnehmerin (die die wieder auf die Schreibmaschine umstieg) fast nicht davon abzubringen, dass sie jeden Schritt genau aufschreiben wollte. Sie ging davon aus, dass man die Befehle und die Oberfläche auswendig lernen muss.

Wir müssen vielleicht darauf hinweisen, dass das Spielen vom Kindergarten eine wesentliche Voraussetzung ist, auch um mit ICT umzugehen, und dass man Kinder nicht zu früh auf das nachhahmende Lernen trimmen soll.


Wir haben zwar sieben PC's im Schulzimmer. Leider sind sie nicht am Netz angeschlossen. Das Projekt "Schule ans Netz" ist allerdings am Laufen.


Betreff: Vorbereitung von Lehrpersonen auf den Computereinsatz

Von Fritz Gut: Datum 08.11.05

Es wäre besser, wenn jeder Schüler mit dem eigenen Computer kommen würde und somit keine PC's in der Schule verstauben würden.


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