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Tiere Der Welt

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3. Synchron schwimmen wie ein Fischschwarm mit Muriel Hermine 14:45 min
3. Synchron schwimmen wie ein Fischschwarm mit Muriel Hermine 14:45 min


 3. Synchron schwimmen wie ein Fischschwarm mit Muriel Hermine 14:45 min 
4. Rennen wie ein Impala mit 200-m-Läufer Patrick Stevens 15:00 min

 Inhalt: Können sich Synchron-Schwimmerinnen mit Fischschwärmen messen? Laufen Leichtathleten genauso leichtfüssig wie Antilopen? Stellt sich der Mensch dem direkten Vergleich mit dem Tier, so zeigt sich deutlich: Was den Tieren angeboren ist, muss sich der Mensch mit grosser Anstrengung und Ausdauer erarbeiten.

Web-TV: Low / High

Stichwörter: Sport, Tiere, Kultur, Zoologie, Karibik, Meeresbiologie, Fischschwarm, Fressfeind, List, Impala, Lauftechnik, Leichtathletik, Südafrika, Olympiade

Fächer: Sport, Biologie, Physik Stufen: Unterstufe, Oberstufe, Mittelstufe, Berufsschule, Mittelschule Sprache: Hochdeutsch

Kauf-VHS: Nein Kauf-DVD: Nein Verleih über: Medienstellen

Achtung Sendung: 3/2003 Links: Schwarmverhalten von Fischen

Info und Bilder von Sychron-Schwimmerinnen Impala: Lebensweise, Bilder

 Ausgestrahlt am:

3. Synchron schwimmen wie ein Fischschwarm mit Muriel Hermine 07.05.2003 / 09:00 04.06.2003 / 09:00 4. Rennen wie ein Impala mit 200-m-Läufer Patrick Stevens 07.05.2003 / 09:15 04.06.2003 / 09:15

 Produktion oder Rechte: Tele Images International (Deutsche Bearbeitung SF DRS 2001) 

Filmskript 1

Kommentar In den Pyrenäen gibt es so turbulente Flüsse, dass die Einheimischen ihnen einen Spitznamen verliehen haben: "Gaves" (Sturzbach). Diese reissenden Ströme sind eine grosse Herausforderung für Kajak- und Kanufahrer. Die Häufigkeit der Stromschnellen nimmt erst ab, wo zwei Flüsse zusammenfliessen: die Nive und die Adour. (Die Menge der Stromschnellen nimmt erst dort ab, wo zwei Flüsse zusammenfliessen: die Nive und die Adour.) Wir befinden uns in den Pyrenäen im Südwesten Frankreichs.

Kommentar In diesen kalten, sauerstoffreichen Gewässern leben Forellen. Sie kämpfen ihr Leben lang gegen die Wasserstrudel und schwimmen sogar flussaufwärts. Auf dem Wasser könnten sie einen anderen Champion entdecken, der das gleiche tut. (Auf dem Wasser sähen sie einen anderen Champion, der es ihnen gleichtut.)

Estanguet M Hallo, ich bin Patrice Estanguet. Ich bin 27. An den letzten olympischen Spielen habe ich eine Medaille gewonnen. Meinen Sport übe ich ganz in der Nähe aus, auf dem Fluss in meinem Kanu.

02.36 Kommentar Um die Geheimnisse der Königin der Gaves besser zu verstehen, muss man eine fangen. Patrice Estanguet trifft den Flussführer Patrick Dumens zu einer Lektion im Fliegenfischen.

Dumens M Man legt die Leine auf die Seite und wirft dann aus, als würde man ein Pendel schwingen, ja? Dann zieht man etwas an der Leine und fischt mit der linken Hand.

Kommentar Patrice Estanguet muss geduldig sein. Er merkt, dass die Forelle, die ihre Umgebung genau kennt, nicht bei jeder angebotenen Fliege anbeisst. Sie liegt tief unten im Flussbett und hält nach Räubern Ausschau. Die Forelle gehört zur Familie der Salmonidae. Sie misst, je nach Unterart, zwischen 30 und 60 Zentimetern, wiegt zwischen 500 Gramm und zwei bis zweieinhalb Kilos. Der grösste je gefangene Fisch wog allerdings mehr als 18 Kilos.

Kommentar Forellen können 8 Jahre alt werden. Sie leben hauptsächlich im seichten Flusswasser und lassen sich von der Strömung über das Kies treiben.

Estanguet M (Wir sind schon eine Weile hier und (es ist immer noch) keine Forelle in Sicht.)

Kommentar Die Forelle ist ein Insektenfresser. Ihr Speiseplan umfasst vor allem Plankton, Insekten und Larven. Die grossen Fische greifen auch kleinere Fische und Frösche an.

Kommentar Ein Fisch. Endlich beisst eine Forelle an.

Estanguet M Nicht schlecht.

Kommentar Um eine genauere Vorstellung von der Analogie zwischen seinem Boot und dem Fisch zu bekommen, trifft Patrice Estanguet auf einer Brücke über dem Fluss Nive Jacques Chauffot, einen Forscher und Wildwasserfischer. Gemeinsam untersuchen sie den Fisch, den Patrice am Morgen gefangen hat, und vergleichen ihn dann mit dem Kajak.

Kommentar Trotz des Grössenunterschieds gibt es eine deutliche Ähnlichkeit zwischen dem spitz zulaufenden Körper des Fisches und dem Profil des Kajakrumpfs. Und die Bemalung des Kajaks scheint von den Farben der Forelle beeinflusst zu sein, welche ihr als Tarnung dient, wenn sie sich ins Kiesbett des Flusses einschmiegt.

Kommentar Patrice Estanguet steuert und balanciert an der Wasseroberfläche mit seinem Paddel. Die Forelle gebraucht ihre Schwanzflosse, um sich fortzubewegen. Die andern Flossen dienen der Stabilisierung gegen die Strömung. Bei der Forelle sind die nützlichsten Körperteile gleich mit eingebaut.

Estanguet M Jetzt sehe ich, warum der Fisch so wendig ist. Er ist wirklich stromlinienförmig gebaut.

Kommentar Genau wie der Kajakfahrer versucht die Forelle, eine schlaue Opportunistin, stets flussauf- oder abwärts zu schwimmen. Der schnellste und effizienteste Weg, sich zu bewegen und Hindernissen auszuweichen, ist am Rande der Hauptströmung zu bleiben. Die längliche Form des Fisches dient ihm dazu, das Wasser wie ein Torpedo zu teilen. Dasselbe gilt für den Kajak.

Estanguet M Ich bleibe lieber in der Hauptströmung, denn ich weiss, dass ich irgendwann versuchen will, zwischen die Strömung und die Gegenströmung zu kommen. Um die Felsen herum wird die Strömung enger. Ich habe dafür ein System und kann dort bremsen und "Wasser aufhalten".

Dumens M Man bremst wie die Forelle, die dafür ihre Flossen querstellt. Oder man dreht sich der Strömung entgegen, wie der Fisch.

Kommentar Für die Forelle und den Kajak heisst dieser Vorgang "Wasser aufhalten". Das Prinzip besteht darin, dass man dem Fluss des Wassers eine Fläche entgegenstellt. Der Fisch die Flossen, der Kajakfahrer das Paddel. So wird man langsamer im Wasser.

Estanguet M Sie haben mir gegenüber einen Vorteil, weil ich nur ein Paddel habe. Ich bin wie ein Fisch mit nur einer Flosse.

Kommentar Beim Wildwasserfahren kämpft man nicht gegen das Wasser, sondern lässt es für sich arbeiten.

Chauffot M Schau, hier habe ich eine kleine Hilfe. Manchmal verwende ich einen Schwimmkörper. Das ist nichts Grosses, kann aber nützlich sein.

Kommentar Bei den meisten Sportarten auf dem Wasser muss man das Gleichgewicht halten, während man beschleunigt. Dafür benützt Patrice Estanguet sein Paddel wie eine Flosse. Aber das ist nicht immer einfach.

Estanguet M Es ist eine sehr wackelige Bewegung. Im Grenzfall bleibe ich gerne hier. Da bin ich glücklich. Hier ist es ruhig, bevor ich mich wieder in die Strömung begebe.

Kommentar Bei diesem Spiel, das darin besteht, die Strömung zu seinem Vorteil zu nutzen, gibt Patrice Estanguet zu, weniger effizient zu sein als die Forelle, da er an der Oberfläche bleiben muss. Seine einzige Zuflucht sind die Rückseiten der Felsen, die ihm eine Verschnaufpause gönnen, bevor er sich wieder eine Strömung sucht und losflitzt.

Kommentar Flüsse lassen sich nach Schwierigkeitsgraden einstufen, ähnlich wie Hänge beim Bergsteigen. Die Skala geht von 1 bis 6. Je nach Wasserstand werden Schnellen als durchschnittlich eingestuft, wenn sie nur unerheblich zur Beschleunigung beitragen. Oder sie gelten als schwierig, wenn sie mit Wasserfällen durchsetzt sind.

Kommentar In seinem Kajak kann unser Olympiasieger sich unter beinahe gleichen Bedingungen mit der Forelle messen. Doch sobald er sich den Elementen ausgesetzt sieht, das heisst den exakt gleichen Bedingungen der Forelle, ist alles anders. Ohne Paddel und Kajak ist der grösste Virtuose des Wassers entwaffnet. Nachdem er mutig versucht hat, einige Meter zu schwimmen, scheidet er aus dem Wettbewerb aus und schwimmt zum Ufer. Patrice Estanguet will die genaue Kraft der Strömung messen, die ihn besiegt hat. Sie messen zuerst den Fluss und berechnen dann die Geschwindigkeit des Wasserlaufs. Dazu verwenden sie Daten aus einem Wasserstandsmesser, der die Schwankungen in der Flusstiefe aufzeigt.

Estanguet M Ich kann dir das ziemlich genau angeben.

Chauffot M Na gut, sag mal, was du meinst. Ich habe aber noch eine andere, klassische Methode.

Estanguet M Ich versuch es trotzdem zu schätzen.

Chauffot M Los.

Estanguet M Ich denke, es ist ein halber Meter pro Sekunde.

Chauffot M Gut, das überprüfen wir.

Kommentar Erster Schritt: die präzise Geschwindigkeit der Strömung messen.

Chauffot M Fertig? Jetzt!

Estanguet M Wir liegen nicht weit daneben. Jetzt! 18 Sekunden.

Chauffot M Das macht 0,45 Meter pro Sekunde. Was hattest du gedacht?

Estanguet M 0,5 Meter!

Chauffot M Bravo! Kein Wunder, bist du ein Champion!

Estanguet M Wie funktioniert das?

Mann Ich sage es Ihnen gleich. Da, es sind etwa 0,5 Meter.

Estanguet M Das ist die Wassertiefe.

Mann Genau, die Tiefe.

Estanguet M Können wir den Fluss berechnen?

Chauffot M Wenn du möchtest.

Estanguet M Wir nehmen die Geschwindigkeit des Wassers.

Chauffot M Geschwindigkeit. Die rechneten wir heute morgen aus: 0,45 Meter pro Sekunde. Dann ist die Wassertiefe 0,5 Meter und die Breite...

Estanguet M Die Breite beträgt 5 Meter. Hier sind wir bei zwei Meter fünfzig. Stimmts?

Chauffot M Genau.

Estanguet M Wenn wir das mit 0,45 Metern multiplizieren, ergibt das beinahe 110 Liter Wasser pro Sekunde.

09.48 Chauffot M Das ist der durchschnittliche Fluss dieses Wasserlaufs.

Estanguet M Also, jetzt weiss ich es genau. Ich schätze das gewöhnlich ab, aber jetzt habe ich für einmal den genauen Wert.

Kommentar Die Forelle kämpft dauernd gegen diese unglaubliche Kraft an. Selbst Jungforellen müssen im Wildwasser wachsen. Auch wenn wir den Lauf der Flüsse nicht nachahmen können, erzeugt der Wasserfluss die Illusion von Bewegung und reichert die Teiche mit Sauerstoff an. Obschon sie dieselben morphologischen Charakteristika haben wie die Flussforelle, haben die Forellen in Zuchten nicht die nötige Übung im Kampf gegen die Flussströmung. Die Schwimmkünste dieser Forellen sind weit entfernt von denen ihrer Artgenossen, die das Glück haben, in der freien Natur zu leben.

Estanguet M Welchen soll ich heute anziehen? Den hier? Nein. Der schwarze würde gehen.

Estanguet M Der Beste kommt zum Schluss. Nicht schlecht. Ich glaube, ich begnüge mich damit.

Kommentar Seit seiner Erfindung hat sich der Kajak stark weiterentwickelt, auch in Sachen Material. Von Holz und Häuten hin zu leichteren Materialien wie Kunstharz und Kevlar. Für jeden Typus eignet sich ein anderes Material. Ursprünglich wurde der Kajak von den Eskimos für die Jagd verwendet. Von einem Doppelpaddel angetrieben, war er ein schnelles und leichtes Boot. Es ist nur schade, dass es auf dem Wasser nichts lieber tut als zu kentern. Doch diese jungen Kajakfahrer haben einen guten Lehrer. So wie die Forellen lernen müssen, stromaufwärts zu schwimmen, werden auch diese Menschen einst die Flüsse beherrschen.

LösungTierDerWelt

FragenTierDerWelt

 
© A. Streiff, Oberstufenlehrer. Alle können eigenverantwortlich mitmachen, habt etwas Mut! last change: 9. Oktober 2008