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des Instituts für Allgemeine Soziologie und Wirtschaftssoziologie

Level Five2

HANDOUT LEVEL FIVE

Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion

Bewusstheitsrad*) in der Kommunikation

  • ) copyright by Martin Drescher, Schweinfurt, www.bewusstheitsrad.de
1. Schritt: Wahrnehmung – Machwerk der Person. Glauben wir, was wir sehen oder sehen wir, was wir glauben?

Wahrnehmung = selektive Wahrnehmung

Realistische Wahrnehmung: durch  Toleranz  Austausch  Selbstreflexion (Überprüfung des eigenen Standpunktes)  Wahrnehmung ist immer subjektiv  Wahrnehmung ist strukturiert  Wahrnehmung ist interdependent

2. Schritt: Deuten und Bedeutung geben – Den Gedanken freien Lauf lassen

Aus Wahrnehmungsreizen folgen in der Regel

 Deutungen, Gedanken  Phantasien  Interpretationen  Vermutungen

  dies erschwert Kommunikation. 

3. Schritt: Ärger oder Zuneigung, Freude oder Angst – Gefühle holen uns ein.

Kerngefühle und ihre Ausdrucksmöglichkeiten, die in allen Variationen zu beobachten sind:  Ärger: Zorn, Aggressionen, Feindseligkeit, Entrüstung  Trauer: Leid, Kummer, Verzweiflung, Niedergeschlagenheit  Angst: Furcht, Schrecken, Besorgnis, Grauen, Panik  Freude: Glück, Zufriedenheit, Vergnügen, Lust, Euphorie  Liebe: Freundlichkeit, Vertrauen, Güte, Hilfsbereitschaft

Reflexion von Gefühlen, um Absichtserklärungen (4. Schritt) bewusst entgegenzutreten und auszuwählen.

4. Schritt: Absichten – wenn ich könnte wie ich wollte!

Kontroll-Instanzen filtern die Absichten: z.B. durch

 Erziehung  Normen  Ängste  Ziele, die das Handeln steuern.

5. Schritt: Handeln – der Kreis schließt sich.

 Eigentliche Reaktion findet statt  Betonung der sozialen Verantwortung für das eigene Tun.

 Was trage ich bei, um meine Wahrnehmungen zu überprüfen?  Wie steuere ich meine Gedanken und Gefühle, um zu einem gemeinsamen Bild mit anderen zu kommen?  Schalte ich zu wenige oder zu strenge Filter zwischen die Interaktion?

Übung zum Bewusstheitsrad:

Beschreiben: Ich nehme wahr

	in diesem Augenblick
an meinem Gegenüber an mir selbst an der Situation Gewichten: Diese Wahrnehmung bedeutet für mich/löst bei mir aus…
	Gedanken
Gefühle Phantasien Wahrnehmung Erster Impuls: Am liebsten würde ich jetzt…

Handeln: … und deshalb…

	wünsche ich mir …
werde ich … schlage ich vor …

Selbstbild und Fremdbild - das Johari Fenster

Joe Luft und Harry Ingham entwickelten ein graphisches Modell um an der 4fachen Persönlichkeit die Dynamik interpersonaler Beziehungen zu verdeutlichen (beim Johari-Fenster muss man sich die inneren dicken Linien als undurchsichtig vorstellen).

 durch Feedback kann ich vom Bereich 1, der mir selbst und anderen bekannt ist in Bereich 3 vordringen (blinder Fleck), der mir selbst unbekannt ist, aber anderen sehr wohl klar ist  dadurch steigt das Vertrauen Dinge im 2 Bereich preiszugeben, die man aus Angst oder Scham verbirgt  zusammen kann man dann in Bereich 4 vordringen: Entdeckung neuer Möglichkeiten, die zunächst weder mir noch anderen bekannt sind

Beziehungsintelligenz

Beziehungsintelligenz ist die Summe aus Klugheit, Wachheit und Umsicht, die man in seinem Verhalten gegenüber anderen Menschen an den Tag legt.

Menschen, die hohe Beziehungsintelligenz besitzen, können:

 Auf Menschen zugehen, andere für sich gewinnen  Interessante Gespräche führen  Ohne Scheu Menschen ansprechen  Interesse an der Beziehung zu anderen zeigen  An der Beziehungsgestaltung aktiv mitwirken  Konflikte klären

Verleugnungsmechanismen

Verleugnen ist ein Prozess. Es beginnt mit dem Wunsch, einen Gedanken oder ein bestimmtes Gefühl bezüglich der Überbeanspruchung der körperlichen, geistigen oder emotionalen Energie wegzuschieben. Wenn man auf etwas Unangenehmes stößt, leuchtet im Geist ein großes „NEIN“ auf, das als Barriere zwischen einem selbst und der Realität wirkt. Aus diesen Empfindungen entwickeln sich mit der Zeit subtilere, akzeptablere Methoden zur Verleugnung der Realität:  Unterdrücken (man verleugnet bewusst Informationen, vor sich selbst und anderen)  Verschiebung (man überträgt unangenehme Gefühle auf eine weniger wichtige Sache, Person und Situation)  Ironisierung (man verschleiert einen gefährlichen Zustand indem man sich darüber lustig macht)  Projektion ( man gibt die Schuld jemand anderem)  Phantasien und Tagträume  Selektives Gedächtnis (man beginnt zu vergessen, in welchem Zustand man sich befindet)  Lügen  Sich selbst abstempeln („so bin ich eben“)  Selektives Nichtverstehen (man weigert sich zu verstehen: „ich versteh nicht, was du meinst, wenn du sagst, ich sei gar nicht mehr ich selbst“)

Sich dieser Methoden bewusst zu sein kann helfen, derartige Verleugnungen zu verhindern.

Strategien zur Stressbewältigung

Stress ist die natürliche Reaktion auf äußere Belastungen aller Art.

Strategie 1: Weniger Stress entsteht – Stressoren ausschalten oder abschwächen, „Reizseite“ verändern  Was verursacht Stress bei mir? Unter welchen Stressoren leide ich? Habe ich zu viele Verpflichtungen übernommen? Konnte ich nicht nein sagen? Was kann ich wieder abgeben? Muss ich meinen Lebensstil ändern?  auf Scheinbewältigung von Stress verzichten (z. B. Ernährung, Nikotin, Kaffee, …)  Störfelder (bisher übersehene Stressoren) beseitigen (z.B. „ständige Überforderung“, „Frustration“, „Allgemeine unbegründete Angst“, „Furcht vor Personen, Sachen, Situationen“, „Ungelöste Verhaltensprobleme und Konflikte“)

Strategie 2: Reaktion auf „unvermeidliche Stessoren ändern – Stressenergie in Leistung und Lebensqualität umsetzen  Auf Stressoren tagsüber konstruktiv reagieren  Jeden Abend den Tagesstress abbauen  Stressenergie in Freizeitaktivitäten umsetzen  Regeln für eine positive Einstellungen beachten (Ich sage JA zu meiner realen Umwelt, Mitmenschen, meinem Leben usw.)  Stressbewältigung im Alltag: Motto: Gut zu sich und anderen sein: ermutigende Selbstgespräche führen.

 
(C) ...noch einzutragen... letzte Änderung: 5. Dezember 2007